Marathonweltrekord
Seit 1896 finden Wettbewerbe im Marathon statt, seit den olympischen Spielen in Athen. Die ersten offiziellen Marathonweltrekorde auf miteinander vergleichbaren Strecken erzielten Paula Radcliffe (2:17:18h in Chicago, 2002) und Paul Tergat (2:04:55h in Berlin, 2003) auf Strecken, die nach den neuen Bedingungen vermessen waren:
- Die Entfernung zwischen dem Start und dem Ziel darf maximal 50% der Gesamtdistanz betragen.
- Der Höhenunterschied (Meter über dem Meeresspiegel) zwischen dem Start und dem Ziel darf höchstens 42 Meter betragen.
- Die Strecke muss von einer vom Weltverband zertifizierten Person vermessen worden sein, mit einem Streckenzuschlag von 42 Metern.
- Während des Laufs darf kein Windschatten durch Fahrzeuge bestanden haben.
- Tempomacher müssen vom Start an mitlaufen und dürfen nach einer möglichen Überrundung nicht mehr aktiv eingreifen.
- Die Läuferinnen und Läufer müssen auf der vorgesehenen Strecke laufen, ohne Hilfsmittel und manuelle Unterstützung anderer Personen.
- Medizinische Daten dürfen während des Rennes nicht an andere Personen übermittelt werden.
- Verpflegung darf nur selbst vom Start mitgeführt oder an den offiziellen Verpflegungstellen aufgenommen werden.
Früher erzielte Zeiten werden als Weltbestzeiten geführt, da keine Garantie besteht, dasss die Strecken korrekt vermessen waren und alle Bedingungen eingehalten wurden. Diese Bedingungen gelten auch für alle nationalen Rekorde.
Marathon
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Spyridon Louis
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Yuki Kawauchi
Der erste männliche Olympiasieger absolvierte in Athen 40km. Im Jahr 1896 lief Spyridon Louis in einer Zeit von 2:58:50 Stunden ins Ziel. Ein Jahr später wurde der erste "Marathon" in Deutschland in Leipzig veranstaltet, ein 40km Lauf mit 26 Teilnehmern, von denen die Hälfte das Ziel erreichte.
1897 fand auch der erste Boston Marathon statt. Diesen gibt es immer noch und er ist damit die älteste Marathonveranstaltung der Welt. Weltrekorde können hier nicht erzielt werden, denn es ist eine Punkt-zu-Punkt-Strecke mit einem Gefälle von über 140 Metern.
Reich an besonderen Siegern ist dieser Lauf gerade wegen des besonderen Profils und der oft harten Wetterbedingungen. Den wohl außergewöhnlichsten Sieg errang im Jahr 2018 der Japaner Yuki Kawauchi bei heftigem Wind, Regen und 4 Grad. Es war einer von 12 Marathons, die er im Jahr 2018 absolvierte, fünf davon sogar schneller als bei seinem Sieg in Boston.
Frauen waren bis zum Ende der 1960er-Jahre von der Teilnahme an offiziellen Wettbewerben im Marathon ausgeschlossen. Anni Pede-Erkamp lief 1967 in einem von Ernst von Aaken organisierten Marathonlauf in Waldniel 3:07 Stunden, eine Weltbestzeit und die erste dokumentierte deutsche Marathonbestzeit einer Frau.
Ein halbes Jahr zuvor, im April 1967, hatte sich Kathrine Switzer ins Starterfeld des Boston Marathon geschmuggelt und erreichte auch das Ziel. Medienwirksam war auch der Einsatz ihrer Begleiter, die den Renndirektor daran hinderten, sie aus dem Rennen zu nehmen.
In den 1970er Jahren fanden in Waldniel mehrere offizielle Marathonläufe als reine Frauenrennen statt, mit Christa Kofferschläger und Liane Winter als Siegerinnen der ersten Jahre. Es dauerte noch viele weitere Jahre bis die erste weibliche Olympiasiegerin Joan Benoit 1984 in Los Angeles nach 2:24:52 Stunden ins Ziel der 42,195km Distanz lief.
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Kathrine Switzer
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Joan Benoit
Deutsche Marathonmeisterschaft
1925 richtete Leipzig auch die ersten deutschen Meisterschaften im Marathon aus. In der DDR gab es ab 1951 auf einem Rundkurs in einem Park in der Stadtmitte von Leipzig die DDR-Marathonmeisterschaften.
- Der erste deutscher Meister aus dem Jahr 1925 ist Paul Hempel in 2:48:25 Stunden.
- Erster Meister der DDR wurde 1951 Horst Werner in 2:51:44 Stunden.
- Erster Meister der BRD im Jahr 1949 wurde Wilhelm Bürklein in 2:53:10 Stunden.
- Die erste Meisterin der DDR war im Jahr 1982 Katrin Dörre in 2:43:15 Stunden.
- Und erste BRD-Meisterin im Marathonlauf wurde 1975 Christa Vahlensieck in 2:45:43 Stunden. Sie war auch die erste deutsche Frau, die einen Marathon unter 3 Stunden lief. Das war im Jahr 1973 in Waldniel. 1975 und 1977 verbesserte sie jeweils die Weltbestzeit. 1977 in Berlin auf 2:34:48 Stunden.
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Paul Hempel

Bild-Quelle: Archiv der Stadt Krefeld
Die sechs schnellsten deutschen Marathonläuferinnen
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Irina Mikitenko
- Irina Mikitenko . 2:19:19 Stunden (2008)
- Domenika Meyer . 2:21:26 Stunden (2026)
- Melat Kejeta . 2:21:47 Stunden (2024)
- Fabienne Königstein . 2:22:17 Stunden (2025)
- Laura Hottenrott . 2:24:32 Stunden (2023)
- Katrin Dörre-Heinig . 2:24:35 Stunden (1999)
Insgesamt 15 deutsche Frauen haben Bestzeiten unter 2:27 Stunden erreicht.
Die erste deutsche Frau unter 2:30 Stunden war im Jahr 1982 Charlotte Teske, was gleichzeitig auch Weltbestzeit war. In den 1990ern verbesserte Uta Pippig mehrmals diese Bestzeit, danach Katrin Dörre-Heinig im Jahr 1999 und Irina Mikitenko im Jahr 2008 auf 2:19:19 Stunden.
Die sechs schnellsten deutschen Marathonläufer
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Amanal Petros
- Amanal Petros . 2:04:03 Stunden (2025)
- Samuel Fitwi . 2:04:45 Stunden (2026)
- Richard Ringer . 2:05:46 Stunden (2024)
- Hendrik Pfeiffer . 2:06:45 Stunden (2025)
- Sebastian Hendel . 2:07:33 Stunden (2024)
- Filimon Abraham . 2:08:11 Stunden (2025)
Insgesamt 16 deutsche Männer haben Bestzeiten unter 2:10 Stunden erreicht.
Der erste deutsche Mann unter 2:10 Stunden war im Jahr 1976 Waldemar Cierpinski. Michael Heilmann 1985, Jörg Peter 1988 und Stephan Freigang 1990 waren lange Zeit die Einzigen, die diesen Wert unterboten. Erst 2015 steigerte Arne Gabius die Zeit weiter auf 2:08:33 Stunden.
Marathonweltrekord der Frauen
Die erste dokumentierte Marathonzeit der Frauen stellte vermutlich die Britin Violet Piercy im Jahr 1926 in London auf: 3:40:22 Stunden. Die Amerikanerin Beth Bonner lief beim New York Marathon 1971 als erste Frau unter 3 Stunden.
Im Jahr 1981 lief die Britin Joyce Smith als Erste unter 2:30 Stunden und im Jahr 2001 dann die Japanerin Naoko Takahashi unter 2:20 Stunden. Die Britin Paula Radcliffe verbesserte die Marke erst im Jahr 2002 und dann nochmals im Jahr 2003 auf 2:15:25 Stunden, ihr zweiter offizieller Weltrekord. Diese Zeit wurde erst 16 Jahre später unterboten durch die Kenianerin Brigit Kosgei.
Beim Chicago Marathon 2024 wurde erstmals die 2:10 Stunden Marke unterschritten. Die Kenianerin Ruth Chepngetich lief 2:09:56 Stunden.
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Violet Piercy
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Paula Radcliffe
Die sechs schnellsten Marathonläuferinnen der Welt
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Ruth Chepngetich
- Ruth Chepngetich . 2:09:56 Stunden (2024)
- Fotyen Tesfay . 2:10:51 Stunden (2026)
- Tigst Assefa . 2:11:53 Stunden (2023)
- Sifan Hassan . 2:13:44 Stunden (2023)
- Joyciline Jepkosgei . 2:14:00 Stunden (2025)
- Brigid Kosgei . 2:14:04 Stunden (2019)
Marathonweltrekord der Männer
Die erste dokumentierte Weltbestzeit der Männer stellte der Amerikaner John Hayes im Jahr 1908 in London auf: 2:55:18 Stunden. Allerdings nur, weil der eigentliche Erstplatzierte Dorando Pietri auf den letzten Metern Hilfestellung von Streckenposten erhielt und disqualifiziert wurde.
Im Jahr 1967 lief der Australier Derek Clayton als Erster unter 2:10 Stunden. Im Jahr 2003 dann der Kenianer Paul Tergat unter 2:05 Stunden, der erste offizielle Weltrekord.
Beim London Marathon 2026 wurde erstmals die 2 Stunden Marke unterschritten. Gleich zwei Männer kamen schneller ins Ziel: Sebastian Sawe aus Kenia und Yomif Kejelcha aus Äthiopien.
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu John Hayes
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Dorando Pietri
Die sechs schnellsten Marathonläufer der Welt
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Sebastian Sawe
Bild-Quelle: Wikipedia-Artikel zu Yomif Kejelcha
- Sebastian Sawe . 1:59:30 Stunden (2026)
- Yomif Kejelcha . 1:59:41 Stunden (2026)
- Jacob Kiplimo . 2:00:28 Stunden (2026)
- Kelvin Kiptum . 2:00:31 Stunden (2023)
- Eliud Kipchoge . 2:01:09 Stunden (2022)
- Amos Kipruto . 2:01:39 Stunden (2026)
Ausblick
Die Geschichte des Marathon wird sicherlich noch lange weitergeschrieben, da Millionen Menschen den Ausdauerlauf als Sport in ihren Alltag integriert haben und Hunderttausende an Wettbewerben teilnehmen. Gemeinsam mit den Besten der Welt in einem Wettbewerb starten, das gibt es fast nur in dieser Disziplin. Das begeistert die, die mitlaufen ebenso wie die, die an der Strecke stehen und sich das Ganze anschauen.
Frauen wie Kathrine Switzer, Christa Vahlensieck-Kofferschläger, Joan Benoit oder Katrin Dörre-Heinig und Männer wie Arne Gabius, Haile Gebrselaisse, Kenenisa Bekele oder Eliud Kipchoge haben seit den 1960er Jahren dazu beigetragen, dass die Disziplin Marathon heutzutage viele Menschen inspiriert: Zu einer gesunden, zielorientierten Lebensführung und zur Teilnahme an friedlichen Veranstaltungen mit vielen Gleichgesinnten aus aller Welt.
Die Verbesserungen in der Trainingsmethodik und der Regeneration, die Ernährung vor und während des Wettkampfs und die Schuhe mit den Carbon-Sohlen haben dazu beigetragen, dass solche Zeiten nun erreicht werden. Zu wünschen ist bei aller Rekordjagd, dass alle, die sich an diese Höchstleistungen heranwagen, gesund bleiben und in fairer Weise ihre Wettkämpfe absolvieren - an der Weltspitze genauso wie im ambitionierten Breitensport.
Zusammenstellung: Georg Husemann
TV Refrath running team

